Wenn du beim Großhandel einkaufst und online verkaufst, kaufst du Ware zu B2B-Konditionen, übernimmst Bestand und bietest die Produkte anschließend in deinem eigenen Shop oder auf Marktplätzen an. Entscheidend sind eine saubere Einstandskalkulation, realistische Bestellmengen und Prozesse für Lager, Versand, Retouren und Nachbestellung.
Wie läuft der Einkauf beim Großhandel ab?
Du registrierst ein Händlerkonto, erhältst B2B-Konditionen und bestellst Produkte in den angebotenen Verpackungseinheiten. Die Ware wird an dich oder ein Fulfillment-Lager geliefert und steht anschließend für deine Kundenbestellungen bereit.
Anders als beim Dropshipping bezahlst du Produkte, bevor der Endkunde bestellt. Dafür hast du mehr Kontrolle über Bestand und Versand.
Was brauchst du vor der ersten Bestellung?
Ein klar definiertes Sortiment, einen Verkaufsweg und eine Kalkulation. Kaufe nicht nur deshalb ein, weil ein Großhändler einen hohen Rabatt verspricht.
- Händlerkonto und Unternehmensdaten
- Shop oder Marktplatzkonto
- Produkt- und Zielgruppenplanung
- Budget für Ware und Betrieb
- Lager- oder Fulfillment-Lösung
- Versandmaterial und Retourenprozess
Wie wählst du die ersten Produkte?
Bevorzuge Produkte mit nachvollziehbarer Nachfrage, ausreichendem Deckungsbeitrag und überschaubarer Lagerreichweite. Für neue Sortimente sind kleine Mindestmengen wertvoll.
Variantenreiche Artikel sollten besonders vorsichtig geplant werden, weil Kapital schnell in seltenen Farben oder Größen liegt.

Wie berechnest du den Verkaufspreis?
Nutze den Einstandspreis inklusive anteiliger Fracht als Basis. Ergänze Shop- und Zahlungsgebühren, Verpackung, Versand, Werbung, Retourenreserve und Fixkosten.
Der Marktpreis setzt eine obere Grenze, aber deine Kosten bestimmen, ob ein Produkt überhaupt sinnvoll verkauft werden kann.
Wie viel Ware solltest du kaufen?
So wenig wie nötig und so viel wie wirtschaftlich sinnvoll. Berechne die Bestandsreichweite in Wochen oder Monaten. Ein Produkt mit 50 Stück Lager und fünf Verkäufen pro Monat liegt etwa zehn Monate.
Für neue Produkte ist das meist zu viel. Starte kleiner und erhöhe Bestellmengen bei stabiler Nachfrage.
Wo lagerst du die Ware?
Bei kleinen Sortimenten kann eigener Raum reichen. Mit Wachstum werden professionelles Lager oder Fulfillment interessant. Die Kosten gehören von Anfang an in die Kalkulation.
Wie organisierst du Produktdaten?
Übernimm Artikelnummern, EAN, Maße, Varianten und Bilder strukturiert, schreibe aber Endkundentexte selbst. Gute Daten erleichtern später Bestandsabgleich und Nachbestellung.
Wie funktioniert die Nachbestellung?
Lege Meldebestände fest. Wenn Lieferzeit eine Woche beträgt und du zehn Stück pro Woche verkaufst, musst du rechtzeitig nachbestellen, bevor der Bestand auf null fällt.
Ein Sicherheitsbestand schützt vor Absatzspitzen, sollte aber nicht unnötig groß sein.
Was ist bei Marktplätzen zu beachten?
Gebühren, Preisvergleich und Lieferanforderungen unterscheiden sich von deinem eigenen Shop. Kalkuliere jeden Vertriebskanal separat.
Ein Produkt kann im eigenen Shop profitabel und auf einem Marktplatz wegen zusätzlicher Gebühren unattraktiv sein.
Wie gehst du mit Retouren um?
Definiere Prüf-, Wiedereinlagerungs- und Erstattungsprozess. Manche retournierte Ware kann wieder verkauft werden, andere muss abgeschrieben werden.
Miss die Retourenquote pro Produkt. Sie gehört in die Nachkalkulation.
Wann ist Dropshipping eine Ergänzung?
Wenn du dein Lager um seltene Produkte erweitern willst, ohne sie vorab zu kaufen. Topseller bleiben im eigenen Bestand, Longtail-Produkte werden direkt vom Lieferanten versendet.
Der Vergleich steht unter Großhandel oder Dropshipping.
Wie wächst du kontrolliert?
Erhöhe zuerst Mengen bei bewährten Produkten, bevor du ständig neue Kategorien eröffnest. Verhandle Konditionen auf Basis echter Umsätze und prüfe, ob bessere Staffelpreise deinen Deckungsbeitrag erhöhen.
Welche Fehler solltest du vermeiden?
- zu große Erstbestellung
- Rabatt statt Lagerumschlag optimieren
- Fracht nicht in den Einstand rechnen
- zu viele Varianten bevorraten
- Nachbestellung ohne Meldebestand
- Marktplatzgebühren vergessen
- Retouren nicht nachkalkulieren
Was ist bei Tierbedarf besonders wichtig?
Gewicht, Varianten und unterschiedliche Lagergrößen spielen eine große Rolle. Ein kompaktes Halsband und ein großer Liegeplatz benötigen völlig andere Lager- und Versandplanung.
Nutze dazu den Tierbedarf-Großhandel-Leitfaden.
Wie sieht der Startplan aus?
- Großhändler vergleichen.
- 10 bis 30 Produkte auswählen.
- Einstand vollständig kalkulieren.
- kleine Startmengen bestellen.
- Shop und Lagerbestand verbinden.
- Versand und Retouren testen.
- Absatz messen.
- nur bewährte Produkte tiefer einkaufen.
Häufige Fragen
Brauche ich ein großes Lager?
Nein. Ein kleines Startsortiment kann auf wenig Fläche funktionieren. Wachstum entscheidet später über die Lagerlösung.
Kann ich Großhandelsware auf Marktplätzen verkaufen?
Grundsätzlich kann das möglich sein, aber du musst Bedingungen der Plattform und gegebenenfalls Marken- oder Vertriebsregeln beachten.
Wie viel Bestand ist gut?
So viel, dass du Lieferzeiten überbrückst, ohne unnötig viele Monate Ware zu binden.
Was ist wichtiger als der Einkaufspreis?
Der tatsächliche Einstand, Lagerumschlag und Deckungsbeitrag nach allen Verkaufs- und Betriebskosten.
