Bevor du einen Dropshipping-Lieferanten in deinen Shop integrierst, solltest du Preise, Daten, Versand, Retouren und Verantwortlichkeiten schriftlich klären. Die folgenden 20 Fragen decken die wichtigsten Punkte ab und helfen dir, Anbieter vergleichbar zu bewerten. Stelle sie vor der ersten echten Kundenbestellung – nicht erst beim ersten Problem.
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Warum solltest du Lieferanten mit festen Fragen prüfen?
Weil identische Fragen Vergleichbarkeit schaffen. Ohne Checkliste wirkt ein niedriger Einkaufspreis schnell wichtiger als Lieferzeit, Datenqualität oder Retouren. Mit einem festen Fragenkatalog siehst du Lücken früh.
Dokumentiere die Antworten und ergänze sie nach der Testbestellung mit echten Messwerten.
1. Welche Händler- und Dropshipping-Preise gelten?
Bitte um eine aktuelle Preisliste und kläre, ob Preise netto oder brutto dargestellt sind. Frage, wie häufig Änderungen vorkommen und wie du darüber informiert wirst.
2. Welche zusätzlichen Gebühren gibt es?
Grundgebühr, Pick-and-Pack, Einzelversand, Datenfeed oder Plattformzugang können zusätzlich berechnet werden. Für die Kalkulation brauchst du die vollständige Kostenstruktur.
3. Gibt es Mindestumsätze oder Mindestbestellwerte?
Manche Programme verlangen monatliche Umsätze oder Mindestbeträge. Das kann für einen neuen Shop relevant sein, auch wenn jede Kundenbestellung einzeln versendet wird.
4. Wie werden Bestände bereitgestellt?
Frage nach CSV, XML, API oder anderem Feed und wie oft er aktualisiert wird. Bestand ist eine der wichtigsten Datenquellen im Dropshipping.

5. Wie werden Preisänderungen übertragen?
Ein Bestandfeed ohne aktuelle Preise reicht nicht. Kläre Format, Aktualisierungsrhythmus und ob Änderungen vorab angekündigt werden.
6. Wie übermittle ich Bestellungen?
Manuell per Portal, E-Mail, CSV oder automatisch per API? Je höher dein Volumen wird, desto wichtiger ist ein zuverlässiger automatisierter Prozess.
7. Bis wann muss eine Bestellung eingehen?
Cut-off-Zeiten bestimmen, ob ein Paket noch am selben Tag bearbeitet wird. Diese Information gehört später in dein eigenes Lieferzeitversprechen.
8. Wie lange dauert die Bearbeitung durchschnittlich?
Frage nach realen Werktagen, nicht nur nach der Transportzeit des Paketdienstes. „Versand in 1–3 Tagen“ sollte klar definiert sein.
9. Welche Versanddienstleister werden genutzt?
Das beeinflusst Tracking, Laufzeit und Kundenerwartung. Bei mehreren Dienstleistern solltest du wissen, nach welchen Regeln sie ausgewählt werden.
10. Welche Versandkosten gelten?
Frage nach Gewicht, Paketmaß, Zielland und möglichen Insel- oder Sperrgutzuschlägen. Einzelversand kann die Produktmarge stark verändern.
11. Bekomme ich Trackingdaten automatisch?
Tracking sollte möglichst automatisiert an deinen Shop zurückgegeben werden. Manuelles Kopieren skaliert schlecht und verzögert Kundeninformationen.
12. Ist die Verpackung neutral?
Kläre Absender, Karton, Lieferschein und Beilagen. Der Kunde sollte keine Rechnung des Lieferanten mit deinem Einkaufspreis oder konkurrierende Werbung erhalten.
13. Kann die Verpackung individualisiert werden?
Bei wachsendem Volumen können eigenes Branding, Beileger oder Lieferscheine interessant werden. Frage nach Mindestmengen und Gebühren.
14. Wie läuft eine Retoure ab?
Du brauchst Rücksendeadresse, Ankündigungsprozess, Fristen und Regeln zur Gutschrift. Der Kunde sollte nicht selbst herausfinden müssen, wer zuständig ist.
15. Wer trägt Kosten bei Falschlieferung oder Schaden?
Fehler des Lieferanten dürfen nicht ungeklärt bei dir hängen bleiben. Dokumentiere, wie Ersatz, Rücksendung und Gutschrift abgewickelt werden.
16. Wie werden nicht lieferbare Bestellungen behandelt?
Wird automatisch storniert, nachgeliefert oder wartet die Bestellung? Du musst wissen, wann du den Kunden informieren kannst.
17. Welche Produktdaten und Bilder darf ich verwenden?
Kläre Nutzungsrechte und Datenumfang. Gute Daten enthalten Maße, Gewicht, Varianten, technische Angaben und ausreichend hochwertige Bilder.
18. Welche Supportzeiten und Ansprechpartner gibt es?
Bei Problemen brauchst du einen geschäftlichen Kontakt. Frage, wie schnell typische Händleranfragen beantwortet werden und ob es Eskalationswege gibt.
19. Wie skaliert der Anbieter bei höherem Volumen?
Ein Lieferant, der zehn Pakete am Tag gut schafft, muss nicht automatisch 500 Pakete zuverlässig bearbeiten. Frage nach Kapazität, Peak-Zeiten und möglichen Limits.
20. Kann ich eine Testbestellung durchführen?
Ein seriöser Anbieter sollte eine normale Testbestellung ermöglichen. Prüfe dabei den gesamten Prozess und gleiche die Aussagen aus dem Gespräch mit der Realität ab.
Wie wertest du die Antworten aus?
Nutze eine Scorecard und gewichte Zuverlässigkeit, Daten, Gesamteinstand und Retouren stärker als kleine Preisunterschiede. Ein Anbieter mit 3 Prozent höherem Einkauf kann wirtschaftlich besser sein, wenn er Fehler und Support spart.
| Bereich | Bewertung 1–5 |
|---|---|
| Preise & Gebühren | ___ |
| Bestandsdaten | ___ |
| Lieferzeit | ___ |
| Versand & Tracking | ___ |
| Retouren | ___ |
| Kommunikation | ___ |
Welche Antworten sind Warnsignale?
„Das wissen wir nicht“, „Retouren klären wir später“, keine klaren Gebühren, kein nachvollziehbarer Bestand und unrealistische Lieferzusagen sind Warnzeichen. Einzelne offene Punkte können geklärt werden, mehrere gleichzeitig sollten dich vorsichtig machen.
Was prüfst du zusätzlich in der Testbestellung?
Bearbeitungszeit, Tracking, Paket, Produktzustand, Absender und Unterlagen. Wenn möglich, teste eine Supportanfrage und einen Rückgabeprozess.
Wie oft solltest du den Lieferanten neu bewerten?
Mindestens regelmäßig und nach größeren Problemen. Preise, Lieferzeiten und Datenqualität können sich verändern. Ein Lieferant, der beim Start gut war, muss nicht dauerhaft der beste bleiben.
Wie viele Lieferanten solltest du parallel prüfen?
Mehrere Kandidaten, aber nur wenige gleichzeitig integrieren. Zwei bis vier ernsthafte Gespräche geben dir Vergleichswerte, ohne sofort komplexe Multi-Lieferanten-Prozesse aufzubauen.
Wie geht es nach dem Fragenkatalog weiter?
Führe eine Testbestellung durch, kalkuliere reale Kosten und entscheide erst dann über Integration. Die komplette Vorgehensweise findest du unter Dropshipping-Lieferanten finden. Für Warnsignale hilft Seriöse Dropshipping-Anbieter erkennen.
Häufige Fragen zum Lieferantengespräch
Sollte ich alle 20 Fragen in einer E-Mail senden?
Du kannst sie bündeln oder auf Gespräch und Folge-Mail verteilen. Wichtig ist, dass die kritischen Punkte schriftlich dokumentiert sind.
Welche Frage ist am wichtigsten?
Es gibt nicht die eine Frage. Besonders kritisch sind Gesamtkosten, Bestand, Lieferzeit und Retouren.
Reicht eine positive Testbestellung?
Sie ist ein wichtiger Schritt, aber langfristige Zuverlässigkeit zeigt sich erst im laufenden Betrieb.
Was mache ich bei unklaren Antworten?
Nachfragen und keine Kundenbestellungen freischalten, solange zentrale Prozesse ungeklärt sind.
